Der nachfolgende Artikel hat nichts mit Zähnen zu tun. Er zeigt, wie lebendig Gottes Wort bis in unsere Zeit hinein spricht.

Lektionen aus dem Leben des Königs Hiskia

Gedanken zu 2.Könige 18 und 19

Als Hiskia König über Juda wird, zeigt er echte Gottesfurcht. Er vertraut auf den Herrn und hält seine Gebote. Gott schenkt ihm Gelingen auf seinen Wegen. Das ist ein verheißungsvoller Start des jungen Königs und darin ist er ein Vorbild für uns. Es lohnt sich, Gott zu vertrauen!

Zu dieser Zeit ist Juda dem König der Assyrer tributpflichtig. Doch Hiskia will niemand außer Gott über sich anerkennen und verweigert dem Assyrer die Gefolgschaft. Tiefer Glaube gibt Kraft, sich von falschen Bindungen zu lösen, um allein Gott zu dienen.

Er kämpft und gewinnt gegen die Philister. Die Philister sind ein Bild von Menschen, die sich zwar Christen nennen, aber keine persönliche Beziehung zu Christus haben. Es sind solche, „die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen“ (2. Timotheus 3,5). Es wird immer so sein, dass gelebter Glaube den Gegensatz zu totem Glauben offenbar macht und ihn überwindet.

 

Der Assyrer kommt

 

Doch der Assyrerkönig Sanherib, in dem wir ein Bild Satans erkennen, gibt sein Gebiet nicht freiwillig auf. Er kommt mit einem großen Heer und droht damit, Jerusalem gewaltsam zu erobern. Wenn Satan auch keinem Kind Gottes das ewige Leben rauben kann, versucht er doch, uns am Genuss der geistlichen Segnungen zu hindern. Manchmal tut er es, wie hier bei Hiskia, mit Gewalt und Drohungen – Hiskia verlässt der Glaubensmut. Er sieht auf das große Heer und bekommt Angst; er will unbedingt einen Krieg vermeiden. Deshalb sendet er Boten zu Sanherib und bietet ihm Geld an. So kann es uns auch ergehen. Wir sehen – wie Petrus – auf den Wind und die Wellen und fangen an zu sinken. Sanherib nutzt das Angebot Hiskias erbarmungslos aus und fordert eine Zahlung in Höhe von 300 Talenten Silber und 30 Talenten Gold. Das Gewicht des verlangten Goldes allein beträgt gut 1.000 Kilogramm, was heute einem Wert von über 40 Millionen Euro entspricht. Dazu kommt noch die gewaltige Forderung nach Silber. Hiskia schafft es, diese Forderung zu befriedigen. Dazu plündert er allerdings das Haus Gottes, den Tempel in Jerusalem, und gibt seinen eigenen Reichtum her. Sogar das Gold, mit dem er in guten Zeiten die Türflügel und Pfosten des Hauses des Herrn mit Gold überzogen hatte, lässt er abbrechen.

 

Gold und Silber haben in Gottes Wort eine geistliche Bedeutung. Gold spricht von der Herrlichkeit Gottes, die sich unter anderem in seiner Heiligkeit und Macht zeigt. Silber ist ein Bild der Erlösung. Auf uns übertragen: Satan möchte uns den Genuss unseres geistlichen Reichtums rauben. Wenn wir die Herrlichkeit Gottes und seine große Erlösung aus dem Auge verlieren, ist er seinem Ziel ein Stück näher gekommen. Dann wird unser Glaubensleben kraftlos.

 

Als Hiskia die Türen mit Gold überzogen hat, hat er damit ausgedrückt, wie wertvoll ihm der Zugang zu Gott war. Doch jetzt nutzt er den Weg zu Gott nicht, wir lesen nichts von einem Gebet oder von einem Fragen nach Gottes Willen in dieser schwierigen Situation.

Obwohl Hiskia dem Feind nachgegeben hat, bleibt dieser bei seiner Drohung, Jerusalem im Kampf zu erobern. Wir müssen nicht glauben, Satan wäre damit zufrieden, uns die Freude an einzelnen Heilswahrheiten zu rauben. Er will uns ganz von unserer praktischen Beziehung zu Gott lösen – so wie der Assyrerkönig den Ort des Gottesdienstes damals, den Tempel in Jerusalem, erobern wollte.

 

Der Rabsake spricht

 

Nun finden wir mehrere Reden des Rabsake, eines Sprechers des Assyrerkönigs. Die erste richtet sich an Hiskia und seine Fürsten. Darin finden wir viele Punkte, die Satan benutzen möchte, um uns ganz zu Fall zu bringen. Er unterstellt Hiskia, er würde sich auf Ägypten als Hilfsmacht stützen. Das war eine falsche Behauptung.

 

Dann greift er Hiskias Vertrauen auf Gott an. Hiskia hatte die vielen Altäre im ganzen Land weggetan und nur noch auf dem Altar im Tempel opfern lassen, so wie es das Gesetz sagt. Doch der Feind hat kein Verständnis für wahren Gottesdienst (und kann offenbar auch nicht zwischen Altären für Götzen und einem gottgeweihten Dienst unterscheiden). Er geht davon aus, dass ein Gott am zufriedensten ist, wenn ihm viele Altäre gebaut werden. Doch das ist ein rein menschlicher Gedanke. Gott möchte, dass sich die Gläubigen an einem Ort, auf einer identischen geistlichen Grundlage, versammeln. So wünscht der Herr, dass wir Gemeinschaft an seinem Tisch haben – eine weltweite Gemeinschaft, die in dem einen Brot ihren Ausdruck findet (vgl. 1. Korinther 11,17).

 

 

Hiskias Tunnel heute
Hiskias Tunnel heute

Danach folgen Worte der Verhöhnung und Überheblichkeit bis hin zu der offenen Lüge, dass Gott ihn gesandt hat, das Land Juda zu verwüsten. Satan kann in einem frommen Gewand kommen und versuchen, Glaubende durch falsche „Offenbarungen“ zu verunsichern. In seinem Spott sagt der Rabsake ihnen, dass sie in der kommenden Belagerung vor Durst ihren eigenen Harn trinken würden. Doch auch darin irrt er sich. Er weiß anscheinend nicht, dass es eine unterirdische Wasserleitung von einer Quelle bis in die Stadt Jerusalem gibt (diesen von Hiskia gebauten Tunnel gibt es übrigens heute noch). Der Feind sieht nicht unter die Oberfläche. Er kennt nicht die verborgenen Wasser, die die Glaubenden stärken. Den Wert des Wortes Gottes und des Heiligen Geistes als Lebenskraft sind ihm unbekannt.

Gleich im Anschluss wendet sich der Sprecher des Assyrers an die Bewohner und Verteidiger Jerusalems mit dem Ausruf: „Hört das Wort des großen Königs, des Königs von Assyrien“. Einige Jahrhunderte vorher haben die Söhne Korahs in einem Psalm gesagt: „Denn der Herr, der Höchste, ist furchtbar, ein großer König über die ganze Erde“ (Psalm 47,3). Satan will uns glauben machen, dass er die größte Autorität hat, der große König ist. Doch wir wollen ihm keinen Glauben schenken. Unser Gott ist größer!

 

 Der Rabsake fordert die Bewohner Jerusalems auf, sich von Hiskias Gottvertrauen nicht täuschen zu lassen. Stattdessen macht er ein gefährliches Angebot: „Macht Frieden mit mir.“ Dieser Friede ist aber kein Friedensschluss auf Augenhöhe oder Friede mit 

Freiheit, sondern ein Scheinfriede durch Unterwerfung und Knechtschaft. Um das zu tarnen bietet er ihnen an, dass zunächst jeder dort wohnen bleiben kann, wo er zu Hause ist. Das klingt verführerisch gut. Anstatt das Risiko einzugehen, im Kampf zu sterben, darf jeder in Ruhe zu Hause bleiben. Doch der Nachsatz macht den Ernst der Lage klar: „Bis ich komme und euch in ein Land hole, wie euer Land …“ Die Ruhe zu Hause sollte nur kurz sein. Danach folgt die Verschleppung, die Deportation in ein anderes Land. Zwar redet er dieses andere Land schön, aber es ist ein Ort, weit entfernt von Jerusalem, dem Zentrum wahren Gottesdienstes. Außerdem würden alle ihr seit vielen Generationen ererbtes Land verlieren und heimatlos werden. Satan weiß, dass wir leichter Widerstand leisten, wenn er alle Glaubensgrundsätze gleichzeitig angreift. So agiert er listig und nimmt uns Stück für Stück unser Glaubensgut. Er möchte, dass wir den Glaubenskampf aufgeben und uns ihm unterwerfen. Aber Gottes Wort sagt: „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens (1. Timotheus 6,12). 

Nun weist der Assyrer auf seine kriegerischen Erfolge in anderen Gegenden hin. Tatsächlich konnte keiner der Götzen die Bewohner vor dem Heer der Assyrer retten. Der Teufel hat viele in seiner Gewalt, die irgendeine Religion haben. Dann weist der Assyrer darauf hin, dass er Samaria, die Hauptstadt des Nordreiches Israels, erobert hatte. Das Brudervolk Judas hatte also auch nicht standgehalten! Müssen wir nicht zugeben, dass viele Christen im Glaubenskampf gefallen sind und man sie nicht mehr erkennt, weil ihr Zeugnis erloschen ist? Doch das liegt nie an Gott und seiner Kraft, sondern am menschlichen Versagen.

 

Zum Abschluss seiner Reden greift der Assyrer Gott persönlich an und behauptet, dass der Herr Jerusalem nicht aus seiner Hand retten kann. Solange er über die Kraftlosigkeit Hiskias und seiner Männer geredet hat, mag er Recht gehabt haben. Doch nun nimmt er es mit Gott selbst auf!

Lesen der Bibel mit Gebet

Hiskia sucht Hilfe bei Gott

 

Jetzt zeigt sich, dass Hiskias Glaubensschwäche am Anfang des Kapitels kein endgültiges Tief war. In dieser Situation wendet er sich an den Propheten Jesaja und durch ihn an Gott. Hiskia versucht nicht, jedes Argument des Feindes zu widerlegen. Er erkennt seine Kraftlosigkeit an und weist auf die Verhöhnung Gottes hin. Das ist die richtige Gesinnung! Es geht nicht um unsere Ehre, sondern um Gottes Ehre. Wenn wir die Ehre Gottes als Ziel haben, wird Gott selbst dafür sorgen, dass sie sichtbar wird.

 

Dementsprechend lautet auch die Antwort, die Gott Hiskia durch Jesaja gibt. Nicht Jerusalem wird geschlagen werden, sondern der Feind – und zwar von Gott selbst: Der Engel des Herrn tötete im Heer der Assyrer in einer Nacht 185.000 Soldaten und der Angriff wurde abgebrochen.

 

 

Dieses historische Ereignis soll uns zeigen, wie Satan versucht, uns von der Nachfolge unseres Herrn Jesus abzuziehen und uns alle Schätze des Glaubens zu rauben. Andererseits zeigt die Geschichte Hiskias, dass wir selbst schwach sind und keine eigene Kraft und Möglichkeit haben, den Angriff abzuwehren. Doch Gott sei Dank sind wir nicht auf uns angewiesen. Wir stehen auf der Seite des Siegers von Golgatha. Wer sich auf Ihn stützt, wird nie enttäuscht!

 

Matthias Franke

 

Dieser Artikel ist erschienen in:

 

© Im Glauben leben, Zeitschrift für Bibelleser, CSV-Verlag, Hückeswagen