Zahnarztangst - und was man dagegen tut

Diese Seite richtet sich besonders an Angsthasen.

Man schätzt, dass bis zu 70 % der Bevölkerung Angst vor dem Zahnarzt haben. Diese Menschen erleben die Tage vor dem Zahnarzttermin und die Behandlung selbst als sehr unangenehm und mit vielen negativen Emotionen besetzt. Aus meiner Erfahrung heraus ist die genannte Zahl realistisch. Viele schaffen es trotzdem, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen. Doch nicht wenige zögern den Zahnarztbesuch ständig hinaus, bis es eigentlich schon zu spät ist. Dann sitzen sie ängstlich und voller Scham vor mir.

Oft sind berechtigte Schuldgefühle damit verbunden. Diese Beobachtung zeigt deutliche Parallelen zu Schuld, die vor Gott gespürt wird. Obwohl es auch deutliche Unterschiede gibt, lohnt es sich, die Ursachen und Verhaltensweisen nebeneinander zu stellen.

Die gute Nachricht vorweg: Für beide Situationen gibt es Befreiung. Der Zahnarzt hat gelernt, Zähne zu behandeln und Gott repariert nicht nur, er vergibt Sünde und befreit von Schuld!

 

Fast jeder ist darüber aufgeklärt, dass anhaltender Zuckerkonsum und mangelnde Zahnpflege zu Karies und Parodontitis fühlen.

Trotzdem wird massenhaft genascht und geschnuckt und das Putzen vernachlässigt.

Das Gewissen, das jeder Mensch von seinem Schöpfer bekommen hat, sagt ihm klar, dass große und auch sogenannte kleine Verfehlungen Sünden sind. Trotzdem tun viele so, als sei eine Lüge oder mal etwas mitgehen lassen nicht so schlimm.

Beim Zahnarzttermin fällt auf, wenn kleine Löcher in den Zähnen sind und wenn Biofilm und Zahnstein von mäßiger Pflege zeugen. Also lieber nicht zum Zahnarzt gehen.

Wer redet schon gerne über seine Sünden. Am liebsten verheimlicht man sie. Das fängt im Kindesalter an und setzt sich später fort.

 

Besser wäre, sofort zum Zahnarzt zu gehen und die Schäden beheben zu lassen, bevor sie groß sind.

Sünde richtet sich gegen Gott und Mitmenschen. Nicht geordnete Sünden führen zu einer Anhäufung von Schuld, die bekannt werden sollte.

Wenn die Zahnprobleme größer werden, wird nach den Schuldigen gesucht. Da bietet sich der Blick auf die Eltern an:

Subjektiv nimmt das Schuldgefühl ab, wenn man jemand anders gefunden hat, der Ursache für das eigene Fehlverhalten ist.

Da waren die strengen Eltern, die mich als Kind immer zum Zahnarzt gezwungen haben. Die ständigen Ermahnungen zum Zähneputzen waren mehr als lästig. Und dann noch eine mehrjährige kieferorthopädische Behandlung – das war kaum zum Aushalten.

Da muss man doch verstehen, dass ich die Nase voll habe von Zahnarzt.

Die Eltern waren religiös und haben mich fest mit eingebunden. Ich hatte gar keine Entscheidungsfreiheit. Die ständigen Besuche in Kirche oder Gemeinde sind mir bis heute in schlechter Erinnerung.

So eine zwanghafte Frömmigkeit brachte mich zum Ausbrechen, ich wollte meine Freiheit haben.

Oder die Eltern waren gar nicht an meinen Zähnen interessiert. Schließlich hatten sie selbst Angst vorm Zahnarzt und mieden ihn. Na ja, dass sie nicht gut aussehen, wenn sie den Mund öffnen und auch nicht gut beißen können, ist halt Pech.

Viele Eltern haben keine Beziehung zu Gott und vermitteln ihren Kindern auch nichts in dieser Hinsicht. Sie haben genug mit sich selbst und ihrer eigenen Schuld zu tun. Über Sünde spricht man am besten nicht und wenn, dann lieber scherzhaft als ehrlich.

Doch der kritische Blick auf die Eltern oder sonstige Personen und Lebensumstände löst das eigene Zahnproblem in keiner Weise.

Für meine Sünden bin ich höchstpersönlich verantwortlich. Schuld auf jemand anderes abschieben funktioniert nicht.

Also muss ich selbst etwas tun. Da die Zahnprobleme meist im Seitenzahnbereich anfangen, sieht niemand etwas davon. Ich will mich bessern und pflege meine Zähne ab sofort gründlich. Doch leider verschwindet dadurch kein einziges Loch im Zahn.

Ich versuche, meine Schuld durch gute Werke zu mindern oder aufzuwiegen. Hilfe für sozial Benachteiligte, Spenden an Hilfswerke, fleißiges Engagement in Vereinen, usw. Das ist nicht schlecht, aber dadurch wird keine einzige Sünde gesühnt oder aufgewogen.

Ein Freund erzählt mir von seinem Zahnarzt. Er ist dort zufrieden und hat Hilfe erfahren. Ob ich wohl auch dorthin gehe?

Auf der Straße gibt mir jemand einen Flyer mit dem Bibelzitat: „Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist.“ (Römer 5,8).

Das ist eine Einladung, zu Gott zu kommen. Ist das etwas für mich?

Die jetzt gut gepflegten Schneidezähne vermitteln einen tadellosen Eindruck.

Und in meinen Mund hinein lasse ich niemanden sehen.

Nach außen hin stimmt die Fassade, die anderen halten mich für einen guten Menschen.

Wie es wirklich in meinem Herzen aussieht, verrate ich nicht.

Da ich ja gelernt habe, dass Süßes schadet, steige ich auf gesunde Ernährung um. Bio-Äpfel und Salat werden feste Nahrungsbestandteile.

Ich bemühe mich, seriös und gediegen zu wirken. So gut es geht, vermeide ich anrüchige Gesellschaft.

Ich fühle mich etwas besser, nur Zahnschmerz und Zahnfleischbluten erinnern mich immer wieder an meine Versäumnisse.

Wenn die alte Schuld nur nicht wäre! Und trotz aller Bemühungen merke ich, dass immer wieder neue Schuld dazukommt.

Aua! Heute Nacht ist der Schmerz quälend, gleich morgen geh ich zum Zahnarzt! Ich muss die Angst und Scham überwinden.

Doch als es Morgen wird, ist der Schmerz nicht mehr so schlimm – also schiebe ich wieder auf.

Gerade wenn ich zur Ruhe komme quälen mich meine Gedanken. Ob ich nicht doch besser ein Bekenntnis vor Gott und Menschen ablege? Doch langsam beruhigt sich mein Gewissen wieder – später!

So langsam dämmert mir, dass es zu spät ist. Wieder ist ein Zahn abgebrochen, der muss sicher raus. Da es so wie so zu spät ist, muss ich jetzt noch nichts unternehmen. Ich beschließe, vorerst nichts zu machen.

Je älter Schuld wird, desto schwieriger erscheint es, sie noch zu bereinigen. Also akzeptiere ich die Situation und mache einfach weiter wie bisher.

Nein, jetzt geht es nicht mehr, ich halte es nicht mehr aus. Ich muss jetzt zum Zahnarzt. Doch wird mich einer annehmen? So schlimm, wie es bei mir aussieht?

Wieder spüre ich den Druck auf dem Herzen, die Schuldgefühle überwältigen mich fast. Gott, wirst du mich annehmen? Mich alten Schuft? Ich wollte dich lange nicht, willst du mich jetzt noch?

Schimpft der Zahnarzt? Überhäuft er mich mit Vorwürfen? Er hätte allen Grund dazu, aber das kann ich nicht ertragen.

Wird Gott mir die Liste meiner Sünden vorlegen? Lässt er mich in meiner Schuld ertrinken? Fragen über Fragen.

Also informiere ich mich gründlich. Im Internet kann ich alles über Zähne und Behandlung lesen. Die schönsten Behandlungserfolge werden präsentiert – doch hilft mir das? Nein. 

Unendlich viele Heilswege werden empfohlen. Ich vertiefe mich in unterschiedliche Bereiche von Selbsthilfe über Yoga bis zu Heilern. Doch mein Inneres bleibt leer. Ich brauche mehr, nicht Information, sondern eine Person.

Auch wenn ich zahnärztliche Fachbücher auswendig kennen würde, wäre mir immer noch nicht geholfen.

Religion ist keine Hilfe. Religion ist menschliches theoretisches Wissen für den Kopf. Ich möchte etwas für mein Herz.

Diese Internetseite soll helfen, den Weg zum Zahnarzt zu beschreiten. Die Worte heilen nicht, aber können Anstoß sein, zum Zahnarzt zu gehen.

Es lohnt sich, die Bibel zu lesen. Am Besten lese ich zuerst das Johannes-Evangelium. Langsam und gründlich. Darin finde ich den Weg zur Befreiung von aller Schuld.

Endlich sitze ich auf dem Behandlungsstuhl beim Zahnarzt. Ich habe Schweiß auf der Stirn und kalte verkrampfte Hände.

Ich knie mich hin. Allein in meinem Zimmer um mit Gott zu reden. Meine Stimme stockt, doch langsam kommen die Worte.

Der Zahnarzt lächelt mich an, nein, er schimpft nicht. Ruhig fragt er nach dem Grund meines Besuchs, obwohl er längst weiß, wo das tiefe Problem sitzt. Ich erzähle ihm meine Situation. Dann öffne ich den Mund und lass ihn untersuchen.

Gott ist nicht zu sehen, aber irgendwie spüre ich, dass er mich hört. Je mehr ich mich öffne, umso ruhiger werde ich. Hier brauche ich mich nicht zu verstellen. Alles was mir einfällt, meine vielen Sünden, bekenne ich ihm.

Jetzt ist der erste schwere Schritt geschafft. Eine genaue Untersuchung folgt, Röntgenbilder offenbaren die verborgenen Problemzonen.

Jetzt ist nicht der Moment der Schauspielerei, jetzt ist schonungslose Offenheit am Platz. Gott kennt sowieso mein ganzes Leben und er möchte, dass ich ihm vertraue.

Nun beginnt der Zahnarzt eine Planung, wie die verschiedenen betroffenen Zähne und das Zahnfleisch behandelt werden kann. Schrittweise wird Zahn für Zahn behandelt. Was nicht mehr zu retten ist, wird entfernt.

Gott muss nicht überlegen, was er mit mir tut, ob er mich annimmt, um mich zu retten. Er hat schon alles für mich getan, als sein Sohn Jesus Christus am Kreuz für Sünder starb. Der Schuldlose ist für mich Schuldigen gestorben. Im Glauben nehme ich das für mich persönlich in Anspruch.

Und das liebe Geld? Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen die Grundversorgung selbst dann, wenn die Ursache im Verhalten des Patienten liegt. Abhängig vom persönlichen Einkommen wird Zahnersatz entweder voll oder anteilig bezahlt.

Der Preis für die Errettung der Seele ist zu hoch, als dass irgendjemand in der Lage wäre, etwas dazu beizutragen. Die Gnade Gottes ist kostenfrei. Dafür hat Jesus Christus mit seinem eigenen Leben bezahlt. Dafür danke ich ihm herzlich.

Je nach Behandlungsnotwendigkeit vergehen Monate, bis ich wieder gut beißen kann.

Vieles ist mir neu. Lebendigen Glauben kannte ich vorher nicht.

Damit ist das Thema Zahnarzt nicht zu Ende. Regelmäßige Pflege und Kontrollen sind wichtig, um das gute Ergebnis zu halten.

Neues Leben braucht Nahrung. Gottes Wort und tägliches Gebet sind unentbehrlich. Dazu lerne ich andere Christen kennen, mit denen ich Kontakt halte.

Nie hätte ich gedacht, dass ich mal wieder befreit lächeln und essen kann. Hätte ich den Gang zum Zahnarzt nur früher gemacht.

Ein befreites Gewissen gibt eine völlig neue Lebensqualität. Freude ohne bitteren Nachgeschmack. Das will ich nie wieder missen.

Diese Geschichte soll allen Mut machen, trotz Angst und Scham zum Zahnarzt zu gehen. Auch wenn es Überwindung kostet, es lohnt sich.

Der König David sagt aus Erfahrung: „Ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten“ (Psalm 51,19).

Doch manche schaffen es trotz aller guten Absichten nicht. Dann vertraue dich einem Freund an, der dich bis in das Behandlungszimmer hinein begleitet.

Vielleicht ist dir der Gedanke zu fremd, allein zu Gott zu beten. Dann vertraue dich einem Seelsorger an, der dir hilft die Bibel, Gottes Wort, zu verstehen und dir den Weg zum Retter Jesus Christus zeigt.

Sollte dein Freund oder auch ein Zahnarzt nicht so reagieren, wie es die beschriebene Situation darstellt, musst du nicht aufgeben, sondern weitersuchen.

Menschen und sogar Seelsorger können Fehler machen. Gott jedoch wird dich nie enttäuschen, wenn du dich mit ganzem Herzen zu ihm wendest. Er wartet auf dich.

Gesund im Mund ist für den ganzen Körper und die Psyche gut und erleichtert das gesellschaftliche Miteinander.

Jesus Christus sagt: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben“ (Matthäus 11,28).

 

Nun brauchen Sie nicht zu befürchten, dass ich Sie als Patient auf Glaubensfragen anspreche. Während der Sprechstunde beschränke ich mich auf die zahnmedizinische Seite. Wenn Sie jedoch den Wunsch haben, mit mir über den Weg zur Errettung Ihrer Seele zu reden, sprechen Sie mich gerne an, wir vereinbaren dann einen privaten Termin.



Matthias Franke